Der zweite Jahrestag des Cannabisgesetzes markiert damit nicht nur einen wichtigen politischen Meilenstein, sondern auch den richtigen Zeitpunkt für eine sachliche Zwischenbilanz. Aus Sicht der Sanity Group bestätigen die Ergebnisse zentrale Annahmen der bisherigen Debatte: Der Schwarzmarkt wurde bereits teilweise zurückgedrängt, ohne dass es zu einem sprunghaften Anstieg des Konsums gekommen ist. Während der Konsum unter Erwachsenen weitgehend stabil bleibt und sich bei Jugendlichen keine Zunahme, teils sogar rückläufige Entwicklungen zeigen, verlagert sich die Nachfrage schrittweise in Richtung legaler Bezugsquellen. Gleichzeitig bleiben diese legalen Zugangswege, insbesondere im nicht-medizinischen Bereich, bislang strukturell begrenzt.
Der zweite Jahrestag des Cannabisgesetzes markiert damit nicht nur einen wichtigen politischen Meilenstein, sondern auch den richtigen Zeitpunkt für eine sachliche Zwischenbilanz. Aus Sicht der Sanity Group bestätigen die Ergebnisse zentrale Annahmen der bisherigen Debatte: Der Schwarzmarkt wurde bereits teilweise zurückgedrängt, ohne dass es zu einem sprunghaften Anstieg des Konsums gekommen ist. Während der Konsum unter Erwachsenen weitgehend stabil bleibt und sich bei Jugendlichen keine Zunahme, teils sogar rückläufige Entwicklungen zeigen, verlagert sich die Nachfrage schrittweise in Richtung legaler Bezugsquellen. Gleichzeitig bleiben diese legalen Zugangswege, insbesondere im nicht-medizinischen Bereich, bislang strukturell begrenzt.
Cannabisgesetz ganzheitlich weiterentwickeln
Zwei Jahre nach Inkrafttreten des Cannabisgesetzes wird deutlich, dass die Regelungsbereiche des Medizinalcannabisgesetzes (MedCanG) und des Konsumcannabisgesetzes (KCanG) nicht isoliert voneinander betrachtet werden können. Die neuen EKOCAN-Ergebnisse unterstreichen die enge Wechselwirkung zwischen medizinischer Versorgung und Konsummarkt. Der Bericht zeigt einerseits, dass der medizinische Markt eine wichtige Versorgungsfunktion erfüllt und zur Reduktion illegaler Bezugsquellen beiträgt, weist zugleich aber auf bestehende strukturelle Herausforderungen hin. „Die Daten machen deutlich: Der Markt funktioniert nicht in voneinander getrennten Teilbereichen, sondern in wechselseitiger Abhängigkeit“, erklärt Finn Age Hänsel. „Wenn legale Zugänge eingeschränkt werden, verschwindet die Nachfrage nicht. Sie verlagert sich zurück in den illegalen Markt mit negativen Folgen für Gesundheitsschutz, Produktqualität und die Eindämmung illegaler Strukturen.“
Vor dem Hintergrund eines geplanten MedCanG-Änderungsgesetzes warnt die Sanity Group daher vor vorschnellen und undifferenzierten Eingriffen. Gleichzeitig wird deutlich, dass die bestehenden legalen Zugangswege im Konsumbereich den Bedarf bislang nicht ausreichend abdecken. Nur maximal 3,5 % der Konsumierenden konnten 2025 Cannabis über Anbauvereinigungen beziehen; bundesweit wurden lediglich 366 Anbauvereinigungen genehmigt. Der Anteil der Konsumierenden, die ihr Cannabis hauptsächlich selbst anbauen, stieg derweil von 5,4 % (2024) auf 21,4 % (2025). Gleichzeitig bleibt jedoch der illegale Bezug über soziale Kontakte („social supply“) mit 35,2 % die häufigste Quelle.
Vor diesem Hintergrund spricht sich die Sanity Group für eine evidenzbasierte Weiterentwicklung des bestehenden Rechtsrahmens aus, die beide Bereiche gemeinsam in den Blick nimmt. Ziel müsse es sein, legale Zugangswege im Konsumbereich auszubauen und gleichzeitig eine patientenorientierte und flächendeckende Versorgung im medizinischen Bereich sicherzustellen. Ein zentraler Baustein hierfür sind wissenschaftlich begleitete Pilotprojekte zur kontrollierten Abgabe von Konsumcannabis über spezialisierte Fachgeschäfte. Entsprechende Anträge wurden bereits bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) gestellt.
Abschlussbericht abwarten
Die vom Bundesministerium für Gesundheit beauftragte Evaluation wird von einem interdisziplinären Forschungsverbund durchgeführt, bestehend aus dem Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung (ZIS) der Universität Hamburg, dem Institut für Kriminologie der Universität Tübingen sowie dem Centre for Health and Society an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Die Veröffentlichung des zweiten Zwischenberichts ist Teil eines mehrjährigen Evaluationsprozesses. Weitere Schritte umfassen die Zusammenführung aller Ergebnisse im Rahmen einer Gesamtsynthese sowie zusätzliche wissenschaftliche Publikationen und eine Fachkonferenz im Jahr 2027. Der Abschlussbericht der Evaluation ist für 2028 vorgesehen.
„Zwei Jahre nach Inkrafttreten des Cannabisgesetzes ist klar: Die Reform verdient eine ernsthafte, wissenschaftlich fundierte Bewertung und keine vorschnelle politische Neujustierung“, so Hänsel. „Die Evaluation sollte, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, vollständig abgewartet werden, bevor weitreichende Schlussfolgerungen gezogen oder neue Einschränkungen beschlossen werden.“
Über die Sanity Group
Die Sanity Group hat sich zum Ziel gesetzt, die Lebensqualität von Menschen durch den sinnvollen Einsatz von Cannabinoiden und die Nutzung des Endocannabinoidsystems zu verbessern. Im Fokus stehen dabei Arzneimittel und Consumer Goods auf Cannabinoidbasis. Um das volle Potenzial von Cannabis nutzbar zu machen, investiert die Sanity Group in die Grundlagenforschung der Cannabispflanze und ihrer Wirkstoffe sowie in spezifische Anwendungsbereiche. Zur Sanity Group, die 2018 in Berlin gegründet wurde, gehören u. a. Vayamed, avaay Medical und ZOIKS (Medizinalcannabis), vaay (Lifestyle) und Grashaus Projects (Konsumcannabis-Pilotversuch Baselland, Schweiz). Darüber hinaus ist die Sanity Group auch am Fertigarzneimittelunternehmen Endosane Pharmaceuticals beteiligt. Bei Frankfurt am Main betreibt die Sanity Group zudem einen Logistik- und Verarbeitungsstandort für pharmazeutische Cannabinoiderzeugnisse. Mehr Informationen unter sanitygroup.com/presse.
Pressekontakt
Jennifer Plankenbühler
Pressesprecherin | Lead Medical PR
E-Mail: jennifer.plankenbuhler@sanitygroup.com | presse@sanitygroup.com
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